The Secret World – Das erste Beta-Wochenende in Kingsmouth

Geheimbünde und urbane Legenden, Monster und Mythen, Albträume und namenlose Schrecken, Theorien und uralte Kräfte. Stellt euch unsere jetzige Welt vor, in der all das die Wirklichkeit ist.

Willkommen in Funcoms neuem MMO “The Secret World”.

So, das erste Beta-Wochenende habe ich gut überstanden. Wenn auch in Umfang noch arg begrenzt, konnte man schon gut einen Eindruck von der generellen Spielbarkeit des Titels bekommen. Ausschließlich die Templer waren als Fraktion spielbar und nur der Startteil in London sowie das Kingsmouth-Szenario waren erkundbar.
Der Charaktereditor ist bis jetzt sehr… überschaubar in seinen Optionen und lässt noch sehr wenig Spielraum für wirklich einzigartige Kombinationen zu. Einführung, Erklärung, Tutorial etc. später eignet man sich die ersten Fähigkeiten an, die man im späteren Spiel bitter benötigen wird. Was schon gut gefällt sind die Zwischensequenzen in Spielegrafik, die als Einleitungen zu den meisten Storymissionen dienen. Nach den ersten kleinen Gefechten im Tutorial entscheiden wir uns für eine Startwaffe und machen uns auf dem Weg zu unserem ersten Auftrag. In beschaulichen Küstenstädchen Kingsmouth in New England landen wir inmitten einer Zombieapokalypse und nur zu schnell kristallisieren sich zahlreiche Anspielungen auf Schrecken der Marke Lovecraft, King und Konsorten.



Verzichtet auf Level und Klassen. Ihr seid euer eigener Herr und bildet euch lediglich über die entsprechenden Skills weiter aus. So gesehen sammelt ihr zwar auch Erfahrungspunkte und steigt auf, aber das Spiel zählt so gesehen nicht mit. Über Skill-Points rüstet ihr eure Fertigkeiten mit den Waffen und Magieklassen sowie mit den tragbaren Amuletten weiter aus. Die Astra-Points sind für eure eigentlichen verwendbaren Aktionen im Spiel bestimmt, diese unterteilen sich in Aktiv und Passiv. Passive sind kontinuierlich tätig und verschaffen euch Vorteile für eure Aktionen etc. während Aktive von euch direkt zum Kämpfen eingesetzt werden. Das ganze hat einen kleinen Haken: Ihr könnt nur sieben Aktive und Passive auswählen. Ihr könnt jederzeit eure gelernten Fähigkeiten umverteilen, aber für diverse Szenarien und Spielweisen ist eine Umlegung des eigenen Decks (die man auch abspeichern kann) später unerlässlich. Experimentierfreudige Naturen können hier durchaus viel anstellen. Netter Nebeneffekt: Einsteiger und Fortgeschrittene Spieler können problemlos nebenher spielen, ohne dass einer zu sehr im Nachteil oder Vorteil ist.



Es gibt mehrere Waffenklassen: Schusswaffen, Nahkampf und Magie. Diese sind noch jeweils unterteilt in jeweils drei eigentlichen Sorten.
Schusswaffen: Shotgun, Twin Pistols, Assault Rifle
Nahkampf: Sword, Fists, Hammer
Magie: Blood, Chaos, Elementar
Und sofern ihr die nötigen Angriffsskills der jeweiligen Waffen beherrscht, könnt ihr jede im Spiel befindliche Waffe einsetzen. Gegner werden ausgewählt per Taste oder Maus und werden dann mit den auf den Nummerntasten 1-7 gelegten Angriffsfähigkeiten beharkt (alternativ empfiehlt es sich evtl. die Skills anzuklicken). Die Kämpfe sind sehr dynamisch, ihr werdet also öfters eure Position und eure Blickrichtung während der Kämpfe ändern wollen. Ihr könnt zwei Waffen gleichzeitig ausrüsten und damit auch zwei Bereiche der Waffenklasen im Kampf kombinieren. Je nach eingesetztem Angriff wechselt euer Charakter automatisch zur entsprechenden Waffe.



Kommen wir kurz auf das Inventar zu sprechen. Die Inventarslots sind anfänglich begrenzt, lassen sich aber durch den Kauf mit im Spiel verdienten Credits (Pax Romana scheint der vorläufige Name der Währung zu sein) erweitern. Die Kleidung ist egal. Das meine ich im Ernst. Ihr habt keine Rüstung oder sonstwie schützendes Kleidungsirgendwas, die Kleidung dient alleine der Mode. Stattdessen rüstet ihr euren Charakter mit Amuletten und Kleinkram aus (insg. 7 spezifische Slots), die sich nicht auf das Erscheinungsbild eures Charakters auswirken. Doch Vorsicht beim Tauschen und Handeln: die meisten Ausrüstungsitems werden beim Ausrüsten an euren Charakter gebunden. Mir ist noch nicht bekannt, ob das nur eine Betabeschränkung ist oder im fertigen Spiel auch bestehen bleibt.



Eine Besonderheit bei den Angriffen: je nach Fähigkeit werden bei bestimmten Angriffen Punkte angesammelt, die andere Angriffe dann aufbrauchen können. Stellt es euch als eine Art Mana vor, die sich durch bestimmte Angriffe aufbaut und von anderen mächtigen Angriffen aufgebraucht werden. Das und die Cooldownzeit der Angriffe erfordern einmal mehr Strategie beim Festlegen der Fähigkeiten, damit man situationsabhängig mal mehr oder weniger die Sau rauslassen kann. Dasselbe gilt für Tränke, die euch für eine begrenzte Zeit Statusvorteile, Resistenzen oder Regeneration verschaffen.



Das Interface ist aufgeräumt und passt zum modernen Setting des Spiels. Auch wenn die ganzen Icons einmal mehr designtechnisch “Äppel” und “Eipott” schreien. Die Fenster sind meistens in der Größe veränderbar und lassen sich auch festsetzen. Praktisch ist die Karte, die per Tastendruck eine Version anzeigt, die aussieht wie von Hand gezeichnet und euch einen guten Überblick über das Areal verschafft und essentiell für das Lösen vieler Quests ist. Itemmanagement geht mehr oder wenig problemlos, lediglich das Stapeln und Aufteilen mehrerer gleiche Gegenständen ist zu umständlich gelöst. Besonders in Hinblick auf das eigene Crafting-System, mit dem ihr euch mittels erbeuteter Ressourccen aus Kämpfen oder auseinandergesetzten Gegenständen neue Items fertigen könnt, ist das Itemmanagement zu kritisieren.

Atmosphärisch punktet das Spiel durch das Setting und die Geschichten der NPC, sowie das Questdesign. Klar, auch hier werdet ihr wieder Quests der Marke “Beschaffe Gegenstand X” und “Töte Gegner Y” erleben, aber die besten Quests sind die, die euch Rätseln lassen wie kaum ein anderes Spiel zuvor… und erst recht kein MMORPG. Beispiel gefällig? Gullideckel mit Illuminati-Symbol und dem Schriftzug “LUX OMNIA VINCIT”, und folgt man der Pfeilrichtung kommt man zu den nächsten Gullydeckeln und später zum nächsten richtigen Hinweis. Ein Fernglas, ein Globus und eine Feder. Und der nächste Hinweis, der euch zu einer Vielzahl von Bildern führt. Bis man vom nächsten Hinweis allerdings weiter kommt, ist es ein klein wenig DEnkarbeit. Ich hoffe, ihr habt alle mehr oder weniger eine Bibel griffbereit? :-) Praktisch ist hier der integrierte Browser, der euch zu Google bringt um diverse Sachen recherchieren zu können. Bleibt zu hoffen, dass nach Release nicht zu viel Spoilerinhalt erstellt wird, der einen quasi zum Schummeln verleitet. Ich mag es, wenn mich ein Spiel für intelligent hält und mir Quests zum Rätseln und Knobeln gibt und mir nicht absolut alles auf dem Silvertablett vorgesetzt wird. Quests haben übrigens eine Cooldownzeit von einem Tag, ihr könnt dieselbe Quest also auch mehrmals machen. Langzeitmotivation bleibt aber mal offen. Keine Ahnung, ob und wie das Spiel Anreize schafft, Quests zu wiederholen.



Mich überrascht auch, wie sehr “The Secret World” von Spielerseite gebasht wird ohne Ende. Zugegeben, das Interface ist nicht das Bedienfreundlichste und es gibt noch einige Fehler die auszumerzen sind. Und das Setting ist auch eher Nische als Mainstream. Nur hat man doch stellenweise das Gefühl, als ob hier eher versucht wird Funcom an sich kleinzumachen als diesem MMO eine faire Chance zu geben. Nach dem Motto “Die haben einige Spiele vorher vergeigt, das hier wird nicht besser” und ähnliches. Das ist schade, denn Atmosphäre versprüht der Titel auf jeden Fall. Die Frage ist nur, inwiefern man sich als Spieler darauf einlassen kann. Wenn man MMOs rein technisch betrachtet, wird man an “The Secret World” wahrscheinlich kaum etwas finden, was man nicht bemängeln kann. Wenn man als Spieler aber in die Geschichte eintauchen kann, sollte man “The Secret World” durchaus auf dem Schirm haben. Und wer weiss, vielleicht gefällt es manchen ja doch mehr, als sie sich selbst eingestehen oder öffentlich mitteilen wollen…

Das von mir erstmal zur ersten öfentlichen Betaphase. Meine geschilderten Eindrücke kratzen lediglich an der Oberfläche und ich bin mir sicher, dass das fertige Spiel insgesamt besser sein wird als die Summe ihrer Teile. Skepsis kann angebracht sein, aber ich bin guter Dinge, dass Funcom dieses Spiel zu etwas besonderem in der MMORPG-Landschaft machen kann. Das nächste Betawochenende wird wieder in Kingsmouth stattfinden, allem Anschein nach werden neue NPCs hinzugefügt, die Story und das Gebiet ein wenig erweitert und einige Missionen hinzugefügt. Mal sehen, ob diesmal auch eine andere Fraktion spielbar sein wird. Ich werde auch hier wieder sehen, dass ich einige Screenshots anfertigen und ein wenig mehr von meinen Eindrücken vermitteln kann.

Das fertige Spiel erscheint voraussichtlich Mitte Juni 2012 für PC.

Alle Screenshots und Bilder stammen aus dem Spiel und sind, aufgrund der Hardware meines Rechners, nicht repräsentativ für das fertige Spiel. Die Informationen aus den Beta-Wochenenden unterliegen keiner NDA (“Non-Disclosure Agreement” = Verschwiegenheitsvereinbarung) und dürfen veröffentlicht werden. Alle Rechte aus diesen Bildern gehören dem Eigentümer.

P.S.
Ich habe die englische Sprachversion gespielt. Es kann also durchaus sein, dass einige Begriffe im Deutschen anders sein werden.

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Eine Antwort auf The Secret World – Das erste Beta-Wochenende in Kingsmouth

  1. nvrmr sagt:

    Wie man auf ein paar der Bilder sieht war auch ich mit dabei :D

    Mich hat das Spiel total begeistert, klar es gibt technisch ein paar Dinge, die Grafik ist sicher nicht das neueste aber das ist bei MMOs auch immer eine Frage der Zielgruppe, was bringt einem ein MMO bei dem nur Leute mitspielen können die sich zum Gamestart für 5k+ nen Highend-Rechner kaufen. Meiner ist zB von 2007, war damals sicher highend aber ich kann jetzt dieses Spiel auf 1920 bei Standardeinstellungen (habe nicht nachgesehen welche das bei mir waren und auch nichts geändert) ohne Prolbeme genießen. Da sollte man bei allem Anspruch an Grafik und Co nicht den Maßstab aus den Augen verlieren.

    Was mich wirklich am meisten gestört hat war die Handhabung der Crafting-Mats im Inventar, Minecraft macht es vor wie man Stacks schnell und effizient zerteilt und vom einzelne bis zum vollen Stack jede gewünscht Menge in Sekunden zusammenstellt ohne auch nur ein zusätzliches Fenster mit Zahleneingabe und Schieberegler zu benötigen.

    Das wichtigste war für mich die Story, und wenn ich da in ein Game komme in dem ich nach “Kingsmouth” reise (wo die Menschen im Meer schwunden sind und zusammen mit einem mysteriösen Nebel als Zombies und komische Meeresmonster zurückkamen – Shdadow over Innsmouth, anyone?) und dort über die Lovecraft Lane, King’s Court, Poe Cove usw Zombiestücke verteile, dann hat das Spiel einfach schon gewonnen xD

    Freue mich schon auf Freitag.

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